This report is available in German only.
Ein weiterer Turnierbericht von Oliver Lenz findet sich GoVB-Wiki.
Turnierbericht zum 4. Go to Innovation von Ulrike Schmidt (3K)
Das 4. Go-to-Innovation stand ganz unter dem Motto "Korea". Das Hauptturnier wurde nach dem System von Prof. Hahn von der Myongji Universität gespielt, mit einer kleinen Modifikation von Martin Sattelkau: Der Gewinner bekam 60 Punkte, der Verlierer 40, der Punkteunterschied wurde dem Gewinner zugeschlagen und beim Verlierer abgezogen. Wenn also Schwarz mit 10 Punkten gewann, bekam er 70 Punkte und Weiß 30 Punkte. Während Prof. Hahn die Punktunterschiede in 10er Schritten abrechnet, nimmt Martin die Sache sehr genau: jeder Punkt zählt. Also sollte man sich bis zum letzten Zug anstrengen für optimale Ergebnisse. Mehr als 100 Punkte kann man aber pro Sieg nicht angeschrieben bekommen.
Da mit voller Vorgabe reduziert um einen Stein gespielt wurde, galt das auch für die Spitze des Feldes. So wurde es in der letzten Runde spannend: hätte Wang Teng (4D) seine Partie deutlich gewonnen, hätte er Cho Seok Bin (7D) den ersten Platz streitig machen können, so wurde er Zweiter, Bernd Schütze (4D) wurde Dritter.
In den Pausen zwischen den Runden des Hauptturniers konnte man an einem Nebenturnier im traditionellen koreanischen Sunjang-Baduk-Stil teilnehmen, das von David Seibt (1K) gewonnen wurde. Aber man konnte sich auch auf andere Weise mental ausschalten: Samstag und Sonntag gab es für die Teilnehmer ab 18 Jahre schon ab der Mittagszeit Freibier. Charming Cho klärte mich darüber auf, das Bier nicht nur beim Go Spielen die Chancen des Gegners auf einen Sieg verbessert, sondern sich auch leicht auf dem Bauch ablagert. Trotzdem humpelte ich mit meinem kaputten Knie, das unter meinem ungünstigen Fett-Muskelverhältnis litt, zwischen letzter Runde und Siegerehrung ein paar Mal die Treppen rauf und runter, um mir und der Turnierleitung ein weiteres Glas zu holen.
Vielleicht hat das die Turnierleitung dazu inspiriert, in die Frauenförderung einzusteigen, indem sie einen Preis für die älteste, nein: stärkste Frau im Turnier bereit stellte: ein Gutschein für ein halbes Jahr Fitnessclub. Dieser Preis ging an mich! Ich war dieses mal nämlich nicht so erfolglos wie beim letzten Mal. Dank der seit dem letzten Turnier modifizierten Gegnerlosung hatte ich spannende Partien mit Gegnern meiner Kragenweite. Manche gingen knapp aus, manche eindeutig und so oszillierte ich so ca. zwischen dem 10. und 30. Platz hin und her, um mir bei Turnierende den 17. Platz mit Harald Lange zu teilen, dem ich letztes Turnier meinen einzigen Sieg verdankt hatte, so sieht man sich wieder. Die Ergebnisse sind einsehbar unter http://inno.spiel-go.de/results.de.html.Die Geld-, Buch- und Sachpreise konnten sich auch dieses Jahr wieder sehen lassen und keiner ging leer aus. Bei 37 Teilnehmern bekam wieder jeder mindestens einen Preis, von den großzügigen Geldpreisen von 1000, 300 und 150 für die ersten drei Plätze, über die 70 bzw. 30 Euro für die Plätze 4 bis 20, zu Go-Buch- und anderen Sachpreisen. Der Preis für Frauenförderung könnte dazu beitragen, dass wir in Zukunft etwas mehr internationalen Besuch bekommen, denn er erweckte Chos Interesse, er dachte da an seine polnische Freundin, die mich sicher schlagen würde. Für manche Preise, wie zum Beispiel den Bierkasten, müsste man noch den Transport besser organisieren.
Hoffen wir in Zukunft auf größere Teilnehmerzahlen, wenn nicht am gleichen Wochenende noch ein so großes Turnier wie das Rahlstedter Tengen stattfindet.
Ulrike Schmidt (3K)