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Turnierbericht zum 2. Go to Innovation von Maria Wohnig

Vom 18.-20. November 2005 fand zum zweiten Mal das Internationale Go-Turnier "Go to Innovation" im Innovationspark Wuhlheide statt. Waren im ersten Jahr 48 Teilnehmer gekommen, gab es dieses Jahr eine Steigerung auf 53. Das ist nicht gerade viel, aber diejenigen, die nicht da waren, haben ein tolles Turnier verpasst. Ätsch!

Vom koreanischen 7 Dan ( Hwang InSeong und Cho SeokBin) bis zum 28 Kyu ( Linh Nguyen, sie spielte erst seit drei Wochen Go) waren alle Spielstärken vertreten. Es wurde mit reduziertem Handicap (-2) gespielt. Über das Losungssystem Goblin wurde ja vorher viel diskutiert, ich fand es eigentlich ganz okay. Wer gewonnen hatte, bekam schnell stärkere Gegner. Und wer nicht gewonnen hatte, eine zweite Chance ;-) , wie z.B. Johannes Obenaus, der in der ersten Runde gegen Hwang InSeong verlor, und gleich danach gegen Cho SeokBin spielen durfte.

Es fand wieder in dem großen hellen Raum statt, der Platz für alle Spieler bot. Hier musste man sich nicht wie z.B. in Hamburg vom Kindergarten in den Keller oder wie beim Kranich von der Garderobe in den Senatssaal "hochspielen". Alle Spieler in einem Raum war ein schöner Anblick, leider wurde es am Ende der Bedenkzeit immer etwas laut, da einige ihre Partien diskutierten ohne zu bedenken, dass andere noch spielen. Ein paar Go - Bretter in der Kantine würden nächstes Jahr sicher Abhilfe schaffen. Die Bedenkzeiten waren wie im vorigen Jahr unterschiedlich, am Freitag 45 Minuten, am Samstag eine Stunde und am Sonntag die letzten beiden Runden 75 Minuten. Dadurch kam man nicht zu spät ins Bett und am nächsten Tag relativ ausgeruht wieder. Es konnten insgesamt 8 Runden gespielt werden, ohne dass es in Stress ausartete.

In der großen Kantine gab es Speisen und Getränke, wem die moderaten Preise dennoch zu hoch waren, der verzehrte halt seine selbst mitgebrachten Dinge. Am Samstag gab es ab 17 Uhr Freibier, es wurde bis ca. 22 Uhr gelacht und gesungen.

Alle Auslosungen erfolgten pünktlich und es hingen Zettel aus, wann es weiterging. So konnte man zwischendurch Luft schnappen gehen ohne Angst haben zu müssen, zu spät zu kommen. Während die Partien noch liefen, wurde ständig die Ergebnisliste erneuert. Dadurch konnte man immer sehen, auf welchem Platz man sich jetzt befand und wie die anderen gespielt hatten. Die Bretter waren nicht nummeriert, was am Anfang für Verwirrung sorgte. Doch dann wurden Zettel mit Namen, Farbe und evtl. Handicap auf die Bretter gelegt, auf denen man das Ergebnis ankreuzen konnte. So musste man sich nicht mehrmals an der Auslosungsliste drängeln, wenn man in der Aufregung vergessen hatte, gegen wen man denn nun eigentlich spielte.

Matthias Puch hatte seine selbstgebauten Bretter und Go - Bans mitgebracht, von denen einige neue Besitzer fanden. Es fehlte nur noch ein Buchstand zum Herumstöbern.

Wie das Sprichwort sagt, kommt das Beste zum Schluss. Per Hand ausgelost und mit 75 min Bedenkzeit gab es zum Ende des Turniers die lang erwartete Partie der beiden koreanischen 7 Dans. Sie begann extra eine halbe Stunde nach den anderen Partien, damit auch jeder die Chance hatte, zuzusehen.

Das Spiel wurde wieder, wie alle Partien am ersten Brett, mittels Kamera und Beamer in einen Nebenraum übertragen. Dort fanden sich viele Spieler ein um der Partie zuzuschauen. Es herrschte eine total gute Stimmung, wie im Kino saßen wir und fieberten mit. Wer würde gewinnen?

Es wurde auf einem Demobrett die Partie mitgelegt und lautstark Wetten über den nächsten Zug abgegeben. Nach Zug 194 stand der Sieger fest: Cho SeokBin gewann durch Aufgabe.

Die Siegerehrung fand kurz nach der letzten Runde im großen Saal statt. Es gab eine Unmenge Preise zu gewinnen, so dass am Ende wirklich jeder Spieler mit einem Preis nach Hause gehen konnte. Es waren noch welche übrig! Cho Seok Bin auf dem 1. Platz gewann 1.000 Euro, Hwang InSeong auf dem 2. Platz 500 Euro. Den 3. Platz teilten sich Zou Jin und Bernd Schütze, jeweils 200 Euro, Platz 5 belegte David Ongaro.

Eine schöne Idee fand ich, dass die drei auf den letzten Plätzen als Trostpreise Go - Bücher bekamen, damit sie beim nächsten Mal besser spielen.

Am Ende lagen Ergebnislisten zum Mitnehmen aus, die Spitzenpartie war gleich auf die Rückseite gedruckt. So konnte man seinen Erfolg schwarz auf weiß nach Hause tragen, ohne lästiges Warten auf die Tabelle im Internet. Eine tolle Idee! Bitte nachmachen!

Alles in allem war dies ein total gelungenes Turnier, das ich nächstes Jahr trotz des hohen Startgeldes von 20 Euro (das Einzige, was mir negativ in Erinnerung ist J ) wieder besuchen werde. Also vergesst die Vorurteile gegen das Auslosungssystem Goblin und probiert es mal aus!

Maria Wohnig

(PS: Martin hat mich nicht bestochen!!)